Die technische Sicherheit deutscher Autos verschlechtert sich weiter: Nur noch 66,1 % der Fahrzeuge bestehen die Hauptuntersuchung (HU) ohne Mängel, wie der aktuelle TÜV-Report 2026 zeigt. Mehr als jedes fünfte Auto (21,5 %) fällt mit „erheblichen“ oder „gefährlichen Mängeln“ durch – ein neuer Negativrekord. „Die steigende Mängelquote ist ein alarmierender Trend“, warnt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Die Alterung des Fahrzeugbestands macht technische Fortschritte zunichte.“
Ältere Autos, mehr Mängel
Das Durchschnittsalter der Pkw in Deutschland liegt mittlerweile bei 10,6 Jahren (2015: 9,0 Jahre). Besonders betroffen: Fahrzeuge über 15 Jahre, die 27,4 % des Bestands ausmachen. Viele Halter sparen an Wartung – mit Folgen. Ab acht Jahren steigt die Mängelquote stark an, flacht aber bei sehr alten Fahrzeugen (ab 16 Jahren) wieder ab.
Tesla: Elektro-Pionier mit Qualitätsproblemen
Erneut schneiden Tesla-Modelle besonders schlecht ab. Das Model Y führt die Negativliste der 2- bis 3-Jährigen mit einer Mängelquote von 17,3 % an – vergleichbar mit einem 12 Jahre alten VW Touareg. Typische Probleme: Achsaufhängungen, Bremsscheiben und Beleuchtung. Da Tesla keine regelmäßige Wartung vorschreibt, kommen viele Fahrzeuge unvorbereitet zur HU. Auch beim Model 3 (21,0 % Mängel nach 4–5 Jahren) bleibt Tesla Schlusslicht.
Mazda vorn, BMW schwächelt
Der Mazda 2 ist mit nur 2,9 % Mängeln das zuverlässigste Auto in der Altersklasse 2–3 Jahre. Bei den Premiummarken dominieren Mercedes und Audi, während BMW zurückfällt. Besonders der 5er leidet unter Problemen mit Kardanwellen, Federn und der aktiven Motorhaube – ein Bauteil, das Fußgängerschutz bieten soll, aber alle fünf Jahre gewartet werden muss.
Erster Langzeit-Qualitätsvergleich: Mercedes siegt
Erstmals kürte der TÜV-Verband die Marke mit der besten Langzeitqualität (10–11 Jahre alte Fahrzeuge). Sieger ist Mercedes (18,5 % Mängel), gefolgt von Audi (19,2 %) und Toyota (22 %). BMW landet mit 25,1 % nur auf Platz 10.
E-Autos: Nicht besser, nicht schlechter
Elektroautos sind weder generell besser noch schlechter als Verbrenner. Während der Audi Q4 E-tron (4,0 % Mängel) und VW ID.3 (5,5 %) solide abschneiden, landet der Skoda Enyaq (9,1 %) nur auf Platz 94 von 110 Modellen. Der Opel Corsa-e überzeugt dagegen mit nur 5,0 % Mängeln nach 4–5 Jahren.
Zukunft der HU: Digitalisierung und Batterie-Checks
Der TÜV-Verband fordert jährliche HU-Intervalle für ältere Fahrzeuge und eine digitale Prüfung von E-Auto-Batterien. Bisher wird die Hochvoltbatterie nur optisch kontrolliert – künftig sollen Prüfingenieure auch elektronische Daten auslesen, um Zustand und Sicherheit zu bewerten. Zudem soll ein digitales Fahrzeugregister Manipulationen verhindern und Halterwechsel dokumentieren.
Fazit: Wartung wird immer wichtiger
Die Ergebnisse zeigen: Regelmäßige Wartung ist entscheidend – besonders bei älteren Fahrzeugen. Während deutsche Hersteller wie Mercedes und Audi ihre Langzeitqualität unter Beweis stellen, offenbaren Tesla und BMW deutliche Schwächen. Die HU bleibt damit ein zentrales Instrument, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten – doch sie muss sich weiterentwickeln, um den Herausforderungen der E-Mobilität gerecht zu werden.
Der TÜV-Report 2026 basiert auf 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen (Juli 2024 – Juni 2025) und ist die weltweit größte Bestandsaufnahme zur technischen Fahrzeugsicherheit.