Die Bundesregierung hat sich auf die Eckpunkte des neuen E-Auto-Förderprogramms für Privatpersonen geeinigt. Ab dem 1. Januar 2026 können Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro (plus 5.000 Euro pro Kind) Fördermittel von 1.500 bis 6.000 Euro für den Kauf oder das Leasing eines neuen Elektroautos, Plug-in-Hybrids oder Range-Extenders beantragen. Die Förderung gilt rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Das Online-Portal für Anträge soll im Mai 2026 freigeschaltet werden.
Förderdetails im Überblick:
Förderfähige Fahrzeuge: Reine Batterie-Elektroautos, Plug-in-Hybride (max. 60 g CO₂/km oder mind. 80 km elektrische Reichweite) und Range-Extender.
Basisförderung: 3.000 Euro für Elektroautos, 1.500 Euro für Plug-in-Hybride/Range-Extender.
Soziale Staffelung: Haushalte mit bis zu 60.000 Euro Einkommen erhalten 1.000 Euro Aufschlag, bei bis zu 45.000 Euro weitere 1.000 Euro. Pro Kind gibt es 500 Euro extra (max. 1.000 Euro).
Förderzeitraum: 2026 bis 2029, geschätzte 800.000 Fahrzeuge bei einem Fördervolumen von drei Milliarden Euro.
Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, kommentiert:
„Endlich ist die Hängepartie vorbei. Dass die Bundesregierung bereits am 28. November ihre Pläne veröffentlichte und erst heute, fast zwei Monate später, eine Einigung erzielt wurde, hat zu massiver Verunsicherung geführt. In dieser Zeit gab es kaum Vertragsabschlüsse für private Elektrofahrzeuge. Besonders problematisch ist, dass das Antragsportal erst im Mai freigeschaltet wird – eine unnötige Verzögerung.
Kritisch sehe ich auch, dass der Zeitpunkt der Zulassung förderrelevant ist. Wer jetzt einen Vertrag abschließt, weiß oft nicht, wann das Fahrzeug geliefert wird. Das birgt Risiken, besonders gegen Ende des Förderzeitraums. Zudem fehlt die Einbeziehung gebrauchter E-Fahrzeuge. Hier hätten Ladekarten als Förderinstrument eine sinnvolle Lösung sein können – ein Vorschlag, der leider ignoriert wurde.
Die soziale Komponente der Förderung ist grundsätzlich zu begrüßen. Ob die Zielgruppe tatsächlich neue Fahrzeuge kauft oder least, bleibt jedoch abzuwarten. Hier wäre eine Förderung für gebrauchte Fahrzeuge zielführender gewesen.“
Hintergrund:
Das Programm zielt darauf ab, Elektromobilität für Privatpersonen attraktiver zu machen und die heimische Automobilindustrie zu stärken. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte, dass 80 Prozent der 2025 neu zugelassenen E-Autos aus europäischer Produktion stammten – ein Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.