Corona-Warn-App oder luca?

Was Kfz-Betriebe wissen sollten

In den letzten Wochen ist viel über die App „luca“ berichtet worden. Neben Politikern und Künstlern machte auch der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe Werbung für die Anwendung und empfahl sie den Kfz-Betrieben als Möglichkeit, den Kundenkontakt „corona-konform“ zu gestalten. Gleichzeitig ist aber u.a. auch die „Corona-Warn-App“ (CWA) verbreitet. Wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden?

Die Macher

Die CWA ist von der deutschen Bundesregierung herausgebracht worden. Entwickelt wurde sie von den Firmen SAP und Deutsche Telekom. Dagegen steckt hinter „Luca“ ein privater Anbieter: das Unternehmen „culture4life GmbH“. Beteiligt an dieser Firma ist u.a. die Band „Die Fantastischen Vier“ mit ihrem Frontmann Smudo.

Die Anwendung

Wer die CWA auf seinem Smartphone installiert, der bleibt anonym, da keine persönlichen Daten durch die Anwendung weitergegeben werden. Die App informiert über Infektionsrisiken durch Menschen in der Umgebung dessen, der die Anwendung auf seinem Handy hat. Allerdings nur dann, wenn die jeweils anderen Personen die CWA ebenfalls verwenden und sie via eingeschaltetem Bluetooth auch aktiv ist.

Bei „Luca“ gehören sowohl eine Nachverfolgung als auch eine Verwaltung der Kontakte zum Programm. Persönliche Daten (Name, Adresse) zusammen mit Aufenthaltsorten sowie Gesundheitsdaten werden gesammelt und für maximal 30 Tage auf einem zentralen Server gespeichert. Diese Tatsache wird von Datenschützern kritisiert, da sie darauf verweisen, dass eine „Kaperung“ des Servers möglich ist. Die Macher von „luca“ sehen diese Gefahr nicht: „Alle Daten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt und sind nur im Infektionsfall von einem Gesundheitsamt einsehbar.“

Die Entwickler von „luca“ haben für NutzerInnen, die kein Smartphone haben, den luca Schlüsselanhänger entwickelt als analoges Gegenstück zur luca App.

Die Bewegungsprofile

Einige Gesundheitsämter haben „luca“ in ihr System eingebunden. Damit können sie auf Daten der Nutzer zugreifen und in einem Infektionsfall Kontaktpersonen informieren. Hier liegt der große Unterschied zur CWA, die keine Möglichkeit der Erstellung von Bewegungsprofilen bietet. Das ist auch nach dem aktuellen Update nicht möglich, durch das die CWA eine Check-In-Funktion erhalten hat, über die „luca“ bereits seit Längerem verfügt. NutzerInnen können sich z.B. in Restaurants, bei Veranstaltungen oder eben im Autohaus mittels eines QR-Codes digital einchecken.

Noch eine Neuerung gibt es ganz aktuell bei der Corona-Warn-App: Neben den Ergebnissen von PCR-Tests können auch die von Antigen-Schnelltests anzeigen. Die müssen allerdings in bestimmten Einrichtungen durchgeführt werden. Nur acht offizielle Partner sind an das System angeschlossen: Bundeskanzleramt, das Bayerische Rote Kreuz, dm-drogerie markt, Doctorbox, EcoCare, die Healthcare Marke von Ecolog Deutschland GmbH (mit unter anderem Lidl), Huber Health Care, das Ministerium für Bildung und Kultur Saarland sowie testbuchen.de/No-Q.

Die Rechtslage

Es gibt keine Nutzungspflicht – weder für „luca“ noch für die CWA. Allerdings können Unternehmen sich auf ihr Hausrecht berufen und eine Nutzung z.B. der „luca“-App durch Kundinnen und Kunden verlangen. In einzelnen Corona-Schutzverordnungen der Länder wird aber gefordert, dass eine Datenerfassung auch auf Papier gewährleistet sein muss.

Fazit

CWA und „luca“ unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise. Aus diesem Grund gibt es eine Reihe von Experten, die den Bürgern empfehlen, beide Systeme zu nutzen. Für die Kfz-Betriebe stellt die „luca“-App eine Möglichkeit dar, in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern eine sichere Nachverfolgung von Infektionsketten zu gewährleisten