Einbruch wie erwartet

[08.06.2015] 

Die seit einigen Wochen herrschenden Befürchtungen sind eingetreten: Die Neuzulassungen am deutschen Pkw-Markt haben einen massiven Einbruch erlebt. Im gesamten Land wurden im September nur noch etwas mehr als 200.000 Pkw neu zugelassen, ein Rückgang um über 30 Prozent. Im nördlichsten Bundesland war der Rückgang etwas weniger dramatisch: minus 25,4 Prozent. In Zahlen bedeutet dies, dass im September 200.134 Pkw zugelassen worden sind (August: 316.405). Schleswig-Holstein stellte im vergangenen Monat 5.265 neue Autos auf die Straße. Im Monat davor waren es noch 8.321. Dennoch bleibt nach dem abgelaufenen ersten drei Quartalen ein Zuwachs bei den Pkw-Zulassungszahlen von 3,9 Prozent in Schleswig-Holstein (2,4 in ganz Deutschland).

In den anderen beiden Fahrzeug-Klassen Krad und Lkw herrschte in Schleswig-Holstein eine uneinheitliche Entwicklung. Die Zulassungen bei den motorisierten Zweirädern nahmen um fast sieben Prozent ab, bei den Brummis dagegen um zehn Prozent zu (Bund 2,7 und 1,6 Prozent Plus).

Bei einem Blick auf die einzelnen Hersteller zeigt sich im Bund ein z.T. desaströses Bild. Einige deutsche Autoproduzenten verloren mehr als 70 Prozent. Die Gründe für den starken Rückgang im Pkw-Bereich liegen hauptsächlich am neu eingeführten WLTP, der zu den großen Zuwächsen in den Vormonaten geführt hatte: Die Händler nahmen unter dem Druck der Hersteller viele Tageszulassungen vor, um die nicht mehr normenkonformen Fahrzeuge wenigstens als Gebrauchtwagen verkaufen zu können.

Wie die Entwicklung weiter gehen wird? Da sind sich die Experten nicht ganz einig. Während einige von einer baldigen Normalisierung der Lage ausgehen, sehen andere bis mindestens Ende des Jahres weitere Rückgänge.

Letzte Änderung: 22.10.2018Webcode: 0097624