[03.07.2019] 

Die Zeiten sind unübersichtlich, Ansätze, die Klarheit bringen würden, nicht zu erkennen. „Eine zündende Idee, wie es weitergeht, hat im Moment niemand. Wir wissen im stationären Handel weder genau was kommt, noch wie schnell, wenn man allein an die Antriebsarten und die Art des Vertriebs denkt“, die das sagt sitzt einem erstaunlich entspannt gegenüber: Nina Eskildsen, seit einem guten halben Jahr erste Präsidentin eines Landesverbandes des Kfz-Gewerbes und zusammen mit ihrer Schwester Ilka Eskildsen-Strohbecke in der Geschäftsführung mehrerer Autohäuser an den Standorten Itzehoe, Marne und Brunsbüttel.

Damit geht natürlicherweise sehr viel Verantwortung einher, für die Erhaltung von rund 140 Arbeitsplätzen, für den Blick auf die nicht unerheblichen Investitionen, die in den vergangenen Jahren getätigt wurden, für die Suche und die Festlegung von Strategien, die das Unternehmen auch unter den sich wandelnden lokalen und globalen Rahmenbedingungen erfolgreich sein lässt.

Woher also diese Gelassenheit? Vielleicht ist es das Wissen darum, dass einerseits tatsächlich kaum voraus zu sehen ist, wohin „die Reise geht“, weshalb andererseits Flexibilität ein wichtiges Element des Erfolgs ist. Schließlich wurde das Unternehmen 1934 vom Großvater der beiden Geschäftsführerinnen als Fachgeschäft für Nähmaschinen und Fahrräder gegründet. Als sich in den 50-er Jahren die wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten und der Wunsch nach motorisierter Mobilität wuchs, kam ein Vertrag mit DKW, dem Vorgängerunternehmen von Audi hinzu. Die Nähmaschinen sind aus der Angebotspalette verschwunden, auch Fahrräder verkauft das Unternehmen nicht mehr, hat sich aber mit den Marken Audi, VW und Skoda zu einem erfolgreichen Dienstleister in Sachen Mobilität entwickelt.

Nachfolgegeneration mit Blick fürs Digitale

Im Gespräch mit den beiden Geschäftsführerinnen, bei dem mit Lena Marie Dühring, der Tochter von Nina Eskildsen, auch die Nachfolgegeneration anwesend ist, fällt neben der gelassenen Atmosphäre noch etwas anderes auf: Die drei Frauen kommen ganz ohne Allüren aus, die sonst so verbreitet sind in der Welt erfolgreicher Unternehmer. Dazu kommt noch eine angenehm selbstkritische Haltung: „Es mag sein, dass wir uns manchmal auch im Weg stehen. Wir neigen dazu, vor dem Treffen von Entscheidungen alle Eventualitäten bedenken zu wollen, obwohl wir wissen, dass das nicht möglich ist.“

Sie sind sich bewusst, dass angesichts der zunehmenden Komplexität der Aufgaben ein wesentlicher Schlüssel für die Sicherung der Zukunft darin besteht, MitarbeiterInnen zu schulen. An dieser Stelle gibt es ein Lob für den Landesverband und dessen Weiterbildungsangebote, die „ein Niveau haben, an das die Hersteller nicht herankommen und das wir deshalb intensiv nutzen.“ Im Zentrum steht dabei das Bemühen, die Mitarbeitenden zu befähigen, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zu erkennen und zufrieden zu stellen. Damit dies gelingen kann, muss der Umgang miteinander stimmen, die Kommunikationsfähigkeiten der zweiten Führungsebene mit ihren jeweiligen Teams trainiert und damit verbessert werden.

Es ist zu spüren, dass die oberste Führungsebene das Thema Delegieren von Aufgaben wirklich ernst nimmt. Nur so sei es möglich, so betonen die beiden Schwestern, sich auf das große Ganze zu konzentrieren. Auch wenn viele Entwicklungen nicht voraus zu sehen und zu berechnen seien, es bleibe dabei, dass die Offenheit für Neues unerläßlich sei. Aus diesem Grund sind die beiden dankbar, dass mit Lena Marie Dühring, die die Verkaufsleitung für Volkswagen innehat, auch neue Impulse für den Kundenkontakt gesetzt werden. Dazu gehören digitale Hilfsmittel, wie die Nutzung sozialer Netzwerke – Stichwort eigener Facebook-Account –, auf dem das Unternehmen aktiv kommuniziert.

Außerdem wird gerade die Möglichkeit der elektronischen Terminvergabe ausgebaut, wenngleich Lena Marie Dühring mit dem aktuellen Stand der Entwicklung lange noch nicht zufrieden ist: „Wir haben im Monat im Schnitt drei Terminvereinbarungen für HU, Reparatur oder Service, die von den Kunden rein elektronisch vorgenommen werden. Aber da ist noch viel Luft nach oben.“

Arbeiten mit Herzblut

Für neue Wege bereit zu sein, ist für die Eskildsens also selbstverständliches unternehmerisches Handwerkszeug. Bei aller Bereitschaft für Innovationen, das betonen beide, dürfe allerdings die Kundschaft nicht aus den Augen verloren werden: „Wir haben unsere Standorte in einer kleinstädtisch geprägten Umgebung. Viele unserer Kunden wünschen den persönlichen Kontakt, der zum Teil schon über Jahrzehnte besteht. Das müssen wir bei aller Offenheit für neue technische Möglichkeiten im Blick behalten.“ Aus diesem Grund wird es auch weiterhin in den Geschäftsräumen einen Weihnachtsmarkt geben, obwohl dies einen erheblichen Aufwand bedeutet – ein Aufwand, „der aber auch wahrgenommen wird“, wie Ilka Eskildsen-Strohbecke betont.

Was die Zukunft der Branche bringen wird – zu wissen ist es nicht. Eines aber ist im Gespräch mit den drei Verantwortlichen deutlich zu spüren. Hier wird mit Herzblut gearbeitet und mit Freude, weil gemäß dem Firmenmotto „starke Leistung Laune macht.“

Letzte Änderung: 03.07.2019Webcode: 0125196