Alles zum Rettungsschirm Ausbildung

Förderbekanntmachung „Ausbildungsplätze sichern“ veröffentlicht

Am 31. Juli wurde die erste Förderbekanntmachung des Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ veröffentlicht. Dieser „Schutzschirm für Ausbildung“ dient der Unterstützung von KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) mit bis zu 249 Beschäftigten (Stichtag 29. Februar 2020), die in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen ausbilden und durch die COVID-19-Krise erheblich betroffen sind.

Die Betriebe sollen zeitlich befristet im Ausbildungsjahr 2020/21 Unterstützung erhalten, damit sie ihre Ausbildung aufrechterhalten und junge Menschen ihre Ausbildung fortsetzen und erfolgreich abschließen können. Dafür stellt die Bundesregierung in den Jahren 2020 und 2021 bis zu 500 Millionen € bereit.

Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten. DIe vollen Prämien werden auch für eine Ausbildung in Teilzeit gezahlt.

Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum vom 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen. Es können aber auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie, also vor dem 1. August 2020, abgeschlossen worden ist (gilt für die Übernahme von Azubis aus insolventen Betrieben, s.u.).

Gemäß einer von der Bundesagentur für Arbeit im November 2020 aktualisierten Richtlinie können auch so genannte Ausbildungswechsler gefördert werden. Dies betriffft Ausbildungsverträge, die zwischen den oben genannten Daten geschlossen wurden. Wenn die/der Auszubildende in dieser Zeit den Ausbildungsbetrieb wechselt, dann kann der "neue" Betrieb des Azubis die Förderung beantragen. Diese neue Regelung setzt nicht länger voraus, dass das Ausbildungsverhältnis im ersten Ausbildungsbetrieb während der Probezeit gekündigt worden sein muss.

Was bedeutet "erheblich" von der Corona-Pandemie betroffen?

Dafür gelten diese Kriterien:

Die Beschäftigten haben in der ersten Jahreshälfte 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit gearbeitet oder
der Umsatz des Ausbildungsbetriebs ist im April und Mai 2020 im Vergleich zu April und Mai 2019 durchschnittlich um mindestens 60 Prozent eingebrochen. Wurde das Unternehmen nach April 2019 gegründet, gelten November und Dezember 2019 als Vergleichszeitraum.

 

Die Maßnahmen im Überblick:

  • Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen):
  • Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 € (Auszahlung nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit).
  • Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot erhöhen):
  • Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 € (Auszahlung nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit).
  • Vermeidung von Kurzarbeit:
  • KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 %) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 % der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
  • Auftrags- und Verbundausbildung:
  • Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.
  • Übernahmeprämie:
  • KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 €.

 

Alle wichtigen Informationen und die Antragsformulare der Arbeitsagentur erhalten Sie hier.

Die offizielle Webseite für das Programm "Ausbildungsplätze sichern " des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kann hier aufgerufen werden.