KBA-Neuzulassungszahlen Juni 2022

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Tristes Halbjahr

Sechs Monate sind in diesem Jahr vergangen, Zeit also, um eine Halbjahresbilanz zu ziehen. Und die sieht im nördlichsten Bundesland wie auch im gesamten Bundesgebiet einheitlich trist aus: Über 11 % beträgt der Rückgang der Auto-Neuzulassungen – wohlgemerkt gegenüber dem vergangenen Jahr, das bereits als ein schwaches Jahr gewertet wurde.

224.558 neue Autos kamen im Juni auf die deutschen Straßen, was den zweitniedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung bedeutet, nur unterboten vom Jahr 2020, das in der Anfangsphase der Pandemie strikte Ausgangs- und Verkaufseinschränkungen sah. Das Minus für den Monat Juni liegt bei 18 Prozent. In Schleswig-Holstein ist die Entwicklung identisch. In Zahlen heißt das: Mehr als Viertausend Pkw beträgt das Zulassungsminus im echten Norden.

Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), zieht eine ernüchternde Bilanz: „Wir sind an einem historischen Tiefstand angekommen.“ Und die Aussichten sind weiterhin nicht rosig, da die Rahmenbedingung schwierig bleiben.  Die andauernde Chipkrise, die rigide Corona-Politik in China, die zu Produktionsausfällen führt, der Krieg in der Ukraine, die Inflation in Europa, die die Kauflaune der Konsumenten senkt, und auch die zunehmende Angst vor einer Rezession sind wahrhaftig keine Produktions- und Verkaufstreiber. Noch sind die Auftragsbücher voll, doch ob Kundinnen und Kunden in der Wartezeit für ihr neues Fahrzeug nicht doch vermehrt „kalte Füße“ bekommen und vom Kauf zurücktreten werden, das kann keiner verlässlich vorhersagen.