Das Rentenalter hat er mit 69 Jahren längst erreicht, aber in den Ruhestand darf er auf keinen Fall geschickt werden: Es geht um den Licht-Sicht-Test, den es seit 1956 gibt. Seine Wichtigkeit unterstreichen die Mängelquoten jedes Jahr aufs Neue. Ein Viertel aller Pkw, die während des Licht-Sicht-Tests 2024 geprüft wurden, bestand die Prüfung nicht auf Anhieb; bei den Nutzfahrzeugen war es sogar ein Drittel. Wenn diese Zahlen hochgerechnet werden, dann bedeutet das u.a.: An mehr als 12 Mio. Pkw in Deutschland ist die Beleuchtung im vergangenen Herbst nicht in Ordnung gewesen. Und die entdeckten Defekte waren keine Kleinigkeiten: Ungefähr jeder sechste Pkw hatte bspw. einen kaputten Hauptscheinwerfer.
Was geprüft wird
Was wird beim Licht-Sicht-Test geprüft? Das legen EU-Vorgaben fest und die StVZO, die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Demnach sind neun Beleuchtungspunkte zu überprüfen:
- Fern- und Abblendlicht
- Nebel-, Such-, Arbeits- und andere Zusatzscheinwerfer/-leuchten, Tagfahrlicht und Abbiegescheinwerfer
- Rückfahrscheinwerfer
- Begrenzungs- und Parkleuchten
- Bremsleuchten
- Schlussleuchten
- Warnblinkanlage
- Fahrtrichtungsanzeiger
- Nebelschlussleuchte
Was kommt neu in 2025?
- Flüssigkeiten Check sowie Wisch- und Kühlwasser
- Scheibenwischer
- Scheiben
Diese Prüfung lassen rund 4 Mio. Autofahrerinnen und Autofahrer an ihren Pkw durchführen und machen den Licht-Sicht-Test zur größten Verkehrssicherheitsaktion in Deutschland. Etwa 20 Minuten dauert der Licht-Sicht-Test pro Fahrzeug. Damit erbringen die teilnehmenden Kfz-Betriebe eine Leistung, die einen Wert von deutlich mehr als 100 Mio. € hat. Aber viel wichtiger ist natürlich der Gewinn an Verkehrssicherheit, den der Licht-Sicht-Test für alle Verkehrsteilnehmer auf deutschen Straßen bringt.
Apropos Gewinn: Teilnehmende können wie immer einen attraktiven Preis gewinnen. In diesem Jahr ist der Hauptgewinn die kostenlose Nutzung eines E-Fahrzeugs, eines Kia EV3, für ein Jahr.
Das Deutsche Kfz-Gewerbe ist gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht Träger des
Licht-Sicht-Tests. Die Schirmherrschaft hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. In Schleswig-Holstein eröffnete Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen den Licht-Sicht-Test. Deutschlandweite Partner des Licht-Sicht-Tests sind Kia, AutoBild, Osram, Hella Gutmann und die Nürnberger Versicherung.
O-TÖNE:
Claus Ruhe Madsen, Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Minister:
„Es ist mir ein echtes Bedürfnis, die Licht-Test-Aktion auch in diesem Jahr zu unterstützen. Das tue ich natürlich zu allererst als Autofahrer und als Verkehrsminister. Schlecht beleuchtete Fahrzeuge sind ohne jeden Zweifel eine große Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Ein defekter Scheinwerfer und in einem kritischen Moment sieht man nicht ausreichend oder wird nicht gesehen. Aber auch für mich als Wirtschaftsminister hat die schon seit Jahrzehnten bestehende Aktion große Wichtigkeit. Der Licht-Test kommt den teilnehmenden Betrieben zugute, denn sie gewinnen dadurch zufriedene Kunden. Zufriedene Kunden sind treue Kunden. Sie sorgen für das wirtschaftliche Überleben der Fachbetriebe. Das ist ganz im Sinne einer klugen Wirtschaftspolitik.“
Michael Ihle, Pressesprecher des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes SH:
„Ein großer Dank an alle teilnehmenden Meister-Betriebe in Schleswig-Holstein. Die unentgeltliche Prüfung der Beleuchtung von Fahrzeugen ist zunächst einmal ein betriebswirtschaftliches Opfer, das gebracht wird. Deutschlandweit kommen dabei viele Millionen € für Serviceleistungen zusammen, die das Gewerbe den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern nicht in Rechnung stellt. Wie sinnvoll dieser Service ist, zeigen die Mängelstatistiken. Und wer darüber nachdenkt wird erkennen, dass das Thema Verkehrssicherheit wirklich jeden betrifft, ganz egal, ob sie oder er Autofahrer ist oder nicht.“
Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes SH:
„Wer nicht sieht oder im Straßenverkehr nicht gesehen wird, bringt sich und andere in Gefahr. Keine Frage also: Für eine sichere Fahrt sind die Beleuchtungseinrichtungen essenziell. Wie gut, dass es im kommenden Oktober wieder die Möglichkeit gibt, die Beleuchtung des eigenen Fahrzeugs einmal von echten Fachleuten checken zu lassen – und das kostenfrei! Nicht immer ist es ein defektes Leuchtmittel, das für Gefahr sorgt. Auch falsch eingestellte Scheinwerfer bedeuten ein großes Risiko, wenn sie den entgegenkommenden Verkehr blenden. Deshalb sei jeder Fahrzeughalterin und jedem Fahrzeughalter geraten, den Licht-Sicht-Test 2025 zu nutzen.“