Die Obermeister- und Delegiertenversammlung der beiden Kraftfahrzeugverbände in Schleswig-Holstein haben sich auf ihrer Herbst-Delegiertenversammlung 2025 intensiv mit der Situation der beiden Kfz-Bundesverbände, ZDK und ZVK, befasst.
Die Mitgliederversammlung kam zu dem eindeutigen Ergebnis, die Mitgliedschaft im ZDK aufrecht zu erhalten. Der ZDK wird in Zukunft noch stärker auf die Interessen der Mitgliedsverbände und der Mitgliedsunternehmen ausgerichtet sein als bisher, um in schlanken Abstimmungs- und Entscheidungsprozessen die Interessen des Kraftfahrzeuggewerbes in Deutschland gut und erfolgreich vertreten können.
Kritische Einschätzung der Entwicklungen im ZVK
Hinsichtlich der Arbeit des ZVK haben die Kraftfahrzeugverbände aus Schleswig-Holstein erhebliche Befürchtungen. Auf der Mitgliederversammlung des ZVK im Oktober wurde ein nur von drei Landesverbänden vorbesprochener Kurs beschlossen. Es wurde, ganz anders als im ZDK, kein gemeinsamer Prozess aller Mitgliedsverbände initiiert und durchgeführt, eine gemeinsame Zukunft des ZVK mit eigenständiger Geschäftsstelle zu entwickeln. Die Mehrheit für eine neue Beitragsordnung, Haushaltsplan und andere inhaltliche Themen war aus Sicht der federführenden Verbände Bayern und Nordrhein-Westfalen mit 52 % ausreichend. Auch der neue ZVK-Hauptgeschäftsführer, Dr. Jürgen Gros, sieht eine ausreichende demokratische Legitimierung in solchen Mehrheiten. Es wird Macht ausgeübt, ohne die Interessen der Mitgliedsverbände und Mitgliedsunternehmen im Blick zu haben.
Auftrag zur Prüfung der Mitgliedschaft im ZVK
Deshalb haben die Kfz-Verbände aus Schleswig-Holstein ihren Vorstand und die Geschäftsführung beauftragt, für das 2026 zu prüfen, ob eine Mitgliedschaft im ZVK noch interessengerecht ist und auch unter den Aspekten einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zumutbar erscheint.
Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Verbandes Schleswig-Holstein sagte dazu: „In der zurückliegenden Zeit seit September 2024 haben wir ein in unserer Verbandslandschaft bisher völlig unbekanntes Verhalten einzelner Personen auf Seiten des ZVK erlebt. Die Interessen der Mehrheit wurden nicht berücksichtigt. Zu echten Diskussionen waren die handelnden Personen im ZVK nicht bereit. Das Vertrauen ist stark beschädigt, so dass eine künftige Zusammenarbeit unter großen Fragezeichen steht.“
Geschäftsführer Jan-Nikolas Sontag wird nun zeitnah die Forderungen des Landesverbandes mit aller Deutlichkeit, Klarheit in der Sache und der gebotenen Umsicht vertreten. Leider ist eine gütliche Einigung zur Zeit nicht zu erwarten, da ein transparenter und moderner Prozess zur Reform des Verbandes, wie ihn der ZDK durchlaufen hat, beim ZVK nicht erkennbar ist. Letztlich soll die bestmögliche Interessenvertretung der Mitgliedsinnungen in Schleswig-Holstein und der Mitgliedsunternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes für die Zukunft gewährleistet werden.