Erhaltung eines Kulturerbes

Zusatzqualifikationen rund um historische Fahrzeuge

Das Kfz-Gewerbe bekommt im Jahr 2021 eine neue Qualifikation: den staatlich geprüften Restaurator. Damit findet eine sieben Jahre dauernde Geschichte zu einem glücklichen Ende. Bereits 2014 wurde der Beruf des Restaurators neu organisiert, und damit bekam auch das Kfz-Gewerbe seine Chance.

Selbst wenn das den einen oder anderen überraschen mag: Autos sind ein immaterielles Kulturerbe. Es gibt sie seit etwa 130 Jahren, und zweifellos sind sie eine „kulturelle Ausdrucksform, die von menschlichem Wissen und Können getragen und von Generation zu Generation weitergegeben wird“. Damit erfüllen sie die Anforderungen, die die Definition „IKE“ – immaterielles Kulturerbe – vorgibt.

Die Fortbildung ist in erster Linie für Kfz-Meister gedacht. Allerdings können auch solche MitarbeiterInnen von Werkstätten, die im Bereich der Restaurierung von Fahrzeugen Fertigkeiten und Kenntnisse nachweisen können, zu dem neuen Studiengang zugelassen werden. Er ist, gemäß Angaben von Andrea Zeus vom ZDK,  mit rund 1.600 Stunden umfangreich. Die eine Hälfte ist – nach jetzigem Stand – in Präsenz zu absolvieren, die andere besteht aus Modulen zum Selbstlernen. Am Ende kann im Falle eines erfolgreichen Abschlusses die Qualifikation eines „Restaurator Master Professional“ erworben werden. Wenn wie geplant im Herbst die ersten Studentinnen und Studenten starten, dann könnten sie in 2024/25 ihre Diplome in Empfang nehmen.

Zu den Inhalten der Qualifikation gehören ganz wesentlich alte Techniken der Erhaltung und Restaurierung. Einen Platz im Lehrplan bekommen u.a. aber auch unternehmerische Kenntnisse, die in diesem besonderen Bereich des Kulturerbe-Erhalts gefordert sind.

Bis zum Start im Herbst gibt es für den Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) noch eine Reihe von Fragen zu klären, darunter die nach dem genauen Beginn, den Lernorten, den Kosten und der Möglichkeit, Stipendien zu erhalten. Sobald die Antworten darauf vorliegen, wird an dieser Stelle darüber berichtet.

Wer nicht ganz so tief in die Materie „historische Fahrzeuge“ einsteigen will, der kann sozusagen eine Stufe darunter bleiben. Ausgelernte Gesellen können über die Akademie des deutschen Kfz-Gewerbes (TAK) ein Seminar buchen, das aus sechs Modulen besteht und über zehn Schulungstage geht. Am Ende steht die Qualifikation zum „Servicespezialist für Old- und Youngtimer“.