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Landesverband hält Anpassungen beim Verbrenner-Aus für sinnvoll

Jan-Nikolas Sontag begrüßt die Brüsseler Bewegungen in Sachen Verbrenner-Aus

Die EU-Kommission signalisiert eine unerwartete Kehrtwende: Das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 könnte aufgeweicht werden. Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes begrüßt die Signale aus Brüssel: „Es hat sich gezeigt, dass der Hochlauf der Elektromobilität bei weitem nicht so funktioniert hat, wie ursprünglich von der Bundespolitik geplant. Die Zurückhaltung der Konsumenten ist weiterhin groß. Leider hat die Politik mit den sehr zögerlichen Entscheidungen, ob E-Fahrzeuge gefördert werden oder nicht, zu dieser Situation beigetragen.“
Brandbrief vom Bundeskanzler
Auslöser der neuen Entwicklung war ein Brandbrief von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem er „hocheffiziente“ Verbrenner und Technologieoffenheit forderte. Nun bestätigte EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas: „Wir sind offen für alle Technologien“ – und meint damit erstmals auch klassische Verbrenner, gestützt durch moderne Kraftstoffe und Hybride. Auch das ist im Sinne des schleswig-holsteinischen Landesverbandes. Jan-Nikolas Sontag: „Das ist der richtige Ansatz für echte Technologieoffenheit, zu der auch die Treibstoffe gehören wie HVO sowie E-Fuels.“
Branche unter Druck
Wie stark die bisherigen Beschlüsse die europäischen Auto-Produzenten belastet, macht eine Studie der US-Beratung Kearney deutlich: Ohne Anpassungen bei den Brüsseler Vorgaben drohen europäischen Herstellern bis 2030 Verluste von bis zu 2,9 Prozent Umsatzrendite. Die CO₂-Flottengrenzwerte setzten die Industrie unter „beispiellosen Druck“. Gleichzeitig warnen Wirtschaftsexperten jedoch davor, dass die europäische Auto-Industrie von den chinesischen Konkurrenten abgehängt werden könnte.
Hersteller gefordert
Damit dies nicht geschieht, müssten nach Auffassung des Landesverbandes die europäischen Hersteller verstärkt an der Entwicklung von Modellen im unteren Preissegment arbeiten. „Nur wenn endlich auch erschwingliche Neufahrzeuge mit E-Antrieb gebaut werden, wird die Verkehrswende die nötigen Impulse bekommen“, so Jan-Nikolas Sontag.
Die Kommission will in naher Zukunft ein umfassendes „Autopaket“ vorlegen, das gelockerte CO₂-Vorgaben, E-Auto-Förderung und Industriehilfen kombiniert. Verkehrskommissar Tzitzikostas betont: „Es geht um Industrie, Bürger und Wettbewerbsfähigkeit.“