Bisher 10 Männer aus Syrien und Afghanistan haben Praktika in Autohäusern in Schleswig-Holstein begonnen. 13 sollen es insgesamt werden. Das ist das vorläufige Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des Landesverbands des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, des Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung sowie des Landesamts für Zuwanderung und Flüchtlinge. Unterstützt wird das Projekt auch von der Volkshochschule Brunsbüttel.
Sieben Mitgliedsunternehmen des Kfz-Verbands beteiligen sich an dem Projekt. Mittelfristiges Ziel für die Geflüchteten, die an dem Projekt teilnehmen, ist eine Beschäftigung als technisch-assistierende Mechatroniker, langfristig könnten sie bei Eignung eine Mechatronikerausbildung antreten.
Strammes Programm
Die Praktikanten haben ein strammes Programm zu absolvieren. Montags und freitags sind sie den Tag über im Sprachkurs, dienstags und donnerstags arbeiten sie im Betrieb. Der Mittwoch ist bis mittags der praktischen Arbeit gewidmet, danach geht es in den Sprachkurs, der gleichzeitig ein Integrationskurs ist. Im Mai 2026 wird der Kurs voraussichtlich abgeschlossen sein. Die Teilnehmenden sollten Sprachkenntnisse erworben haben, die dem Niveau B1 entsprechen. Damit ist ein Einstieg ins Berufsleben möglich. Noch höher werden die Anforderungen für eine Ausbildung werden. Um dem Berufsschulunterricht folgen und die entsprechenden Prüfungen absolvieren zu können, ist das Sprachniveau B2 erforderlich.
Vorauswahl für schnellere Integration in den Arbeitsmarkt
Die Praktikanten, die als Geflüchtete nach Schleswig-Holstein kamen, wurden nach ihren Vorkenntnissen und Erfahrungen als Automechaniker oder Mechatroniker ausgewählt. Schon seit April 2024 werden in den Landesunterkünften für Flüchtlinge Boostedt und Rendsburg neu ankommende Schutzsuchende aus Syrien und Afghanistan in einem Pilotprojekt zu ihrer Ausbildung und Berufserfahrung befragt. In Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeit – Regionaldirektion Nord – werden Wege gesucht, Geflüchtete schneller in den Arbeitsmarkt zu bringen, um so Integration zu befördern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Noch höher als für die ersten Assistenztätigkeiten sind die Sprachanforderungen für eine Ausbildung, denn die Auszubildenden sollen auch dem Unterricht in der Berufsschule folgen können.
Integrationsministerin Aminata Touré: „Mein Ziel ist es, dass es uns bis zum Ende der Legislatur gelingt, dass jeder Geflüchtete mit einem Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz die Erstaufnahmeeinrichtung verlässt. So schaffen wir Perspektiven für die Menschen selbst und für das Land, das dringend Fach- und Arbeitskräfte braucht.“ Unternehmen, die entsprechende Praktika oder Ausbildungsplätze anbieten, können sich daher ab sofort auch direkt per E-Mail beim Integrationsministerium unter arbeitsmarktintegration(at)sozmi.landsh(.)de melden.